Ölmühle & Bauernladen

Chronik

Daten zur Geschichte der Kuntschitsch-Hube St. Stefan 10
Katastralgemeinde St. Stefan im Jauntal

Das Anwesen gehörte bis zur Aufhebung der Untertänigkeit zur Grundherrschaft Sonnegg und war dort im Amt Feuersberg eingetragen. Der Vulgarname stammt von der Familie Kuntschitsch, welche bis 1815 im Besitz des Anwesens stand. Die Familie Erschen ist seit 1815 auf dem Anwesen nachweisbar.

25.10.1718  Nach dem Tod des Gregor Kuntschitsch wird ein Nachlassinventar aufgenommen. Dabei wird die gesamte Habe des Bauern notiert. So erfahren wir einiges über die Lebens- und Besitzverhältnisse beim vulgo Kuntschitsch am Beginn des 18. Jahrhundert: 

An Barschaft befanden sich 16 Gulden und 30 Kreuzer im Haus. Zwei Pferde, im Gesamtwert von 26 Gulden, 9 Melkkühe, 4 Stück Jungvieh, 13 Schafe und Lämmer sowie 12 Schweine standen im Stall.
Der übliche Hausrat wird aufgelistet: Wagen und Zubehör, Eggen und Arl (Pflug), Eisenstecken, Sensen und Dengelzeug, Gabeln und Rechen, verschiedenste Hacken, Hammer, Bohrer und Zangen.
Spinnrad und wolle werden aufgezählt und eine Vielzahl an Küchengeschirr wie Krautbottich, Schmalzkübel, Wasserschaff und Bratenspieß. Schmalz und Schmer werden aufgelistet, aber auch sehr viel Getreide, das im Kasten lag.
Gregor, dessen Vermögen hier abgehandelt wurde, hinterließ die Witwe Juliana und die Kinder Thomas, Gregor, Paul und Klement.

11.11.1815   Urban Juritz kauft von Martin Kuntschitsch das Anwesen

1826-1829  Zur Zeit der Erstellung des Franiszeischen Katasters sind Urban Erschen bzw. im später angelegten Parzellenprotokoll bereits Peter Erschen als Besitzer eingetragen. Interessant ist die Tatsache, dass hier bereits der Familienname Erschen verwendet wird.

19.10.1832  Peter Kuntschitsch (!) übernimmt von seinem Vater Urban Kuntschitsch (!) recte Juritz. Die Vermischung von Vulgar- und Familiennamen ist hier besonders deutlich. Der Besitz als solcher war besonders wichtig und wurde daher vielfach als Familienname verwendet. Hier besonders deutlich, da Urban 1815 als Juritz gekaufthat, 1832 als Kuntschitsch erwähnt wird, andererseits jedoch auch mit dem Familiennamen Erschen genannt wird. Hier könnte nur eine genaue familienforschung die Hintergründe aufdecken.

17.09.1875   Johann Erschen übernimmt laut Einantwortungsurkunde, er ist zu diesem Zeitpunkt noch minderjährig, was die lange Besitzzeit erklärt.

10.01.1947   Robert Erschen übernimmt laut Übergabsvertrag

16.12.1982   Robert Erschen übernimmt laut Einantwortungsurkunde